{"id":229,"date":"2018-03-13T02:10:05","date_gmt":"2018-03-13T01:10:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.janbode.de\/?page_id=229"},"modified":"2020-10-22T20:20:15","modified_gmt":"2020-10-22T18:20:15","slug":"pop-cycles","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.janbode.de\/de\/video\/pop-cycles\/","title":{"rendered":"Pop Cycles"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-embed-vimeo wp-block-embed is-type-video is-provider-vimeo wp-embed-aspect-1-1 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Popcycles\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/98157372?dnt=1&amp;app_id=122963\" width=\"600\" height=\"480\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; fullscreen\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><em><strong>Video<\/strong><\/em><br><em> 16 Min<br>DV Pal<\/em><br><em> stereo, deutsch<\/em><br><em> Deutschland 2007<\/em><\/p>\n\n\n<hr class=\"dashed3\" style=\"max-width:\">\n\n\n\n<div role=\"navigation\" aria-label=\"Sprachwechsler\" class=\"wpml-ls-statics-footer wpml-ls wpml-ls-legacy-list-horizontal\">\n\t<ul><li class=\"wpml-ls-slot-footer wpml-ls-item wpml-ls-item-en wpml-ls-first-item wpml-ls-item-legacy-list-horizontal\">\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.janbode.de\/\" hreflang=\"en\" lang=\"en\" class=\"wpml-ls-link\" aria-label=\"Wechseln zu English\" title=\"Wechseln zu English\">\n\t\t\t\t\t<span class=\"wpml-ls-native\">English<\/span><\/a>\n\t\t\t<\/li><li class=\"wpml-ls-slot-footer wpml-ls-item wpml-ls-item-de wpml-ls-current-language wpml-ls-item-legacy-list-horizontal\">\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.janbode.de\/de\/\" hreflang=\"de\" lang=\"de\" class=\"wpml-ls-link\" aria-current=\"page\" aria-label=\"Wechseln zu Deutsch\" title=\"Wechseln zu Deutsch\">\n\t\t\t\t\t<span class=\"wpml-ls-native\">Deutsch<\/span><\/a>\n\t\t\t<\/li><li class=\"wpml-ls-slot-footer wpml-ls-item wpml-ls-item-fr wpml-ls-last-item wpml-ls-item-legacy-list-horizontal\">\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.janbode.de\/fr\/\" hreflang=\"fr\" lang=\"fr\" class=\"wpml-ls-link\" aria-label=\"Wechseln zu Fran\u00e7ais\" title=\"Wechseln zu Fran\u00e7ais\">\n\t\t\t\t\t<span class=\"wpml-ls-native\">Fran\u00e7ais<\/span><\/a>\n\t\t\t<\/li><\/ul>\n<\/div>\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Synopsis<\/h2>\n\n\n\n<p><em>\u201eIch war 17 und sie war 16. Es war Sommer, wir lagen am Strand und h\u00f6rten die Musik von Elvis.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>So lautete 1978 der Werbeslogan f\u00fcr den ersten Teil der beliebten deutsch-israelischen Kinofilmreihe EIS AM STIEL (engl. LEMON POPSICLE).<br>Ob aus dem Kino oder den st\u00e4ndigen Wiederholungen der fr\u00fchen Kabelfernsehzeiten &#8211; wer kennt die Geschichten der drei pubertierenden Nachbarsjungen aus den sp\u00e4ten 50er Jahren nicht, die wir bei der ersten Liebe und dem ersten Sex beim \u201eMann werden\u201c begleiten durften?<br>Erinnerungen geweckt? Sch\u00f6n war die Zeit, nicht wahr?<br>In POP CYCLES vermischen sich einige Originalszenen der insgesamt zehn Episoden mit Sequenzen eines in den 90er Jahren stattfindenden Interviews.<br>Das anf\u00e4ngliche Gespr\u00e4ch \u00fcber den Film und dessen Charaktere entpuppt sich nach und nach als pers\u00f6nliche Retrospektive des Interviewten. So entsteht ein Spiel zwischen Film und Wirklichkeit, welches Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr eigene Erinnerungen bietet.<\/p>\n\n\n\n<p>POP CYCLES ist eine Art Mimikry. Durch provozierte Induktion beim Betrachter, basierend auf seinen Sehgewohnheiten und seinem medialen Erfahrungsschatz, erweckt das Interview aufgrund des sprachlichen Inhalts und der Vernetzung mit Originalszenen des Filmes \u201eEis am Stiel\u201c (engl. Lemon Popsicle) beim Rezipienten die Assoziation eines gew\u00f6hnlichen Making Ofs.<\/p>\n\n\n\n<p>Autodiegetisch erz\u00e4hlt der Interviewte selbstsicher und fast wie einge\u00fcbt vom Filmset, den Filmfiguren und der Arbeit mit dem Regisseur. Dabei werden dem Betrachter beil\u00e4ufig diverse stereotypische Idealvorstellungen verbal suggeriert, die visuell illustriert und fokussiert werden (\u201eKlar glaube ich an die Liebe auf den ersten Blick \u2026\u201c). Selbst die in den eingespielten Originalszenen gezeigten Filmfiguren sind dabei an Schl\u00fcsselpositionen auf den Text des Erz\u00e4hlers synchronisiert, um die Wirkung der Worte zu intensivieren und werden hierbei zur Erh\u00f6hung des Autorit\u00e4tsgef\u00e4lles genutzt um die Suggestion zu verst\u00e4rken (\u201e \u2026 der wahren Lovestory, bei der man zusammen durch dick und d\u00fcnn geht, komme was wolle\u2026\u201c).<br>Durch das ihm bekannte Format f\u00fchlt sich der Betrachter dabei sicher und rezipiert das Gesehene weitestgehend unkritisch um w\u00e4hrend dessen unbewusst mit seinen eigenen W\u00fcnschen und Erinnerungen involviert zu werden.<br>Nach einer emotional aufgeladenen Mittelszene erh\u00e4lt das Making Of immer mehr dokumentarischen Charakter.<br>Der Interviewte beginnt die pers\u00f6nliche Geschichte seiner gescheiterten Beziehung zu erz\u00e4hlen. Seine Erz\u00e4hlung wird dabei immer intimer, die Sprache unsicherer und die Mimik weniger affektiert. Die Bild\u00e4sthetik des Interviews sowie des eingespielten Bildmaterials erinnern durch Farbgebung, Kameraf\u00fchrung und Qualit\u00e4t immer mehr an dokumentarische bzw. private Videoaufnahmen. Dies gelingt stilistisch unbemerkt durch einen langsam herbeigef\u00fchrten Formatwechsel sowie inhaltliche Nachvollziehbarkeit, so dass der Betrachter nicht in seinem gewohnten Konsumverhalten verunsichert wird (\u201e\u2026 kennengelernt haben wir uns bei einem gemeinsamen Casting.\u201c).<br>Die vorher ge\u00e4usserten stereotypisch idealistischen \u00c4u\u00dferungen werden dabei St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck inhaltlich relativiert. Der Bruch mit den zuvor extrem romantisierten Vorstellungen wird durch die stark stimmungsgeladene Schilderung der Beziehungsprobleme begr\u00fcndet.<br>Fast scheint es so, als ob der Protagonist sich f\u00fcr seine Entscheidungen rechtfertigt und sich mit dem Verst\u00e4ndnis des Publikums von seinen Schuldgef\u00fchlen befreien m\u00f6chte, um Absolution f\u00fcr sein Handeln zu empfangen (\u201e\u2026 es war eine Art Selbstschutz Schluss zu machen.\u201c).<br>Unbemerkt wechselt dabei von Beginn an die Sprachebene. Der anf\u00e4nglich englische Originalton wird zur Synchronisation und die deutsche Simultan\u00fcbersetzung endet im Finale des Videos lippensynchron im deutschen Originalton. Hierdurch wird beim Betrachter eine Irritation initiiert, die das scheinbar vertraute Bildmaterial retrospektiv als bewusst manipulierende Suggestion und kaltherzigen Bluff entlarvt. Die somit herbeigef\u00fchrten Zweifel an der Authentizit\u00e4t des Materials wirken sich dabei ebenso auf die zuvor bereitwillig adaptierten stereotypischen Inhalte des Videos aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Video 16 MinDV Pal stereo, deutsch Deutschland 2007 Synopsis \u201eIch war 17 und sie war 16. Es war Sommer, wir lagen am Strand und h\u00f6rten die Musik von Elvis.\u201c So lautete 1978 der Werbeslogan f\u00fcr den ersten Teil der beliebten deutsch-israelischen Kinofilmreihe EIS AM STIEL (engl. 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