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Share Snitch Project

Video
3:20 Min

DV Pal
stereo / englisch
Deutschland 2009

 


Synopsis:

SHARE SNITCH PROJECT zeigt drei Arbeiten eines Internetprojektes, bei dem auf YouTube gefundene Clips gegenwärtiger Kriegsschauplätze mit Ausschnitten diverser Kriegsfilme und TV-Serien neu illustriert und unter identischen Namen wieder ins Internet gestellt werden. Seit ihrer Erscheinung konkurrieren sie mit ihren Originalen um Authentizität. (www.youtube.com/movieganda)

Unterstützt durch sogenannte USER BASED CONTENT SIDES, wie z.B. YOU TUBE, entwickelte sich Anfang des 21. Jahrhunderts ein partizipativer BÜRGER-JOURNALISMUS, der im Internet direkt von der Graswurzel aus berichtete (aus dem Englischen: Grassroot-Journalism). Er stellte gerade im 3. Golfkrieg / 2. Irakkrieg eine Gegenöffentlichkeit zur indoktrinierten Kriegsberichtertattung der offiziellen Medien her, die nach dem Vietnamkrieg durch das amerikanische Reglement des Pool-Systems uns zuvor lediglich grün phosphorisierende Nachtsichten, Militärkarten oder die letzten Videobilder ferngesteuerter Waffen aus dem Kriegsgebiet zeigten.
Dabei wurden nur ausgewählte Journalisten von der Armee an bestimmte Punkte des Kampfgebiets gebracht und durften dort unter Aufsicht filmen und recherchieren, um danach ihr Material mit den zurückgebliebenen Kollegen zu teilen.
Auf Druck der Medienindustrie und einer veränderten heterogeneren Medienlandschaft, die mit der Gründung der arabischen Sender Al-Jazeera und Al-Arabija das bisherige Bildmonopol von CNN schwächte, wurde das Modell des Embedded Journalism entwickelt. Nun konnten Journalisten oder Kamerateams nach einer kurzen miltärischen Grundausbildung mit bestimmten zugeordneten Truppenteilen den gesamten Feldzug verbringen.
Zwar wurde hier der Informationsfluss wieder ein wenig liberalisiert, aber durch die Abhängigkeit und Solidarisierung mit den bisher anonymen Soldaten, wurde selbst erfahrenen Berichterstattern teilweise die Objektivität genommen.

Im demokratischen System hat jeder Bürger ein Kommunikationsgrundrecht, dass besagt, dass er sowohl das Recht hat sich passiv zu informieren, als auch aktiv zur Meinungs- und Willensbildung beizutragen. Dabei war bisher aus praktischen Gesichtspunkten die Frage nach dem Medienzugang zu stellen. Denn eine aktive Beteiligung des einfachen Bürgers an der massenmedialen Kommunikation konnte bisher nur im Einzelfall oder indirekt durch die Wahl von Parteien oder Beteiligung an gesellschaftlichen Gruppierungen verwirklicht werden.
Seit der Weiterentwicklung des Internets zum WEB 2.0 und der Entstehung der oben genannten Internetportale hat nun jeder Besitzer eines Computers, Kamera oder Handys in Kombination mit einem Internetzugang die Möglichkeit massenmedial eine große Anzahl von Usern rund um den Globus in relativ kurzer Zeit zu informieren. Insofern kann man durch die Liberalisierung des aktiven Medienzugangs zur Verbreitung von massenmedialer Information eine gesteigerte Demokratisierung der Berichtertattung implizieren, die eine objektivere Meinungsbildung unterstützt und zu mehr Gerechtigkeit führen kann.
Jedoch bedarf diese fantastische Möglichkeit einer gewissen Medienkompetenz und Verantwortung des Rezipienten, da dieser die rezipierte Information nicht nur durch seine selektive Wahrnehmung und eventuell vorgefasste Meinung unterschiedlich motiviert aufnimmt, sondern auch alleine seine Glaubwürdigkeit beurteilen muss.
Eine schwierige Aufgabe, wenn man bedenkt, dass wir seit geraumer Zeit selbst bei den versucht objektiven Medien, wie der Zeitung oder dem Fernsehen zunehmend unbewusster Agitation unterliegen. Ist man hier normalerweise um eine strikte Trennung von Nachricht und Meinung bzw. Kommentar bemüht, ist z.B. bei genauerer Beschäftigung mit amerikanischen Serien schon in den 80iger Jahren festzustellen, dass gerade diese nach dem Vietnamkrieg und der Watergate-Affaire im Unterhaltungsbereich des Fernsehens das amerikanische Image wieder Innen – und Aussenpolitisch aufzupolieren versuchten. (z.B. A-Team, Magnum, Airwolf sowie Night Rider mit der Foundation für Recht und Verfassung).
Eine Praxis, die durch die Professionalisierung von staatlicher Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikationspolitik in den letzten Jahren noch verstärkt wurde.
Im Internet kommt erschwerend hinzu, dass das anonyme Username basierte System von User Based Content Sides im Gegensatz zu den öffentlichen Presseorganen keine Impressums- und Sorgfaltspflicht kennt. Ohne Kenntnis über den Kommunikator einer Information ist im Kommunikationsprozess schon im Ansatz die Glaubwürdigkeit einer Aussage schwer einschätzbar, da sogar scheinbar ungeschnittenes Videomaterial durch verbesserte Bildbearbeitungssoftware selbst im Amateurbereich glaubhaft leicht zu manipulieren ist.

 


Filmografie:

Jarhead, Sam Mendes (2005) / Full Metal Jacket, Stanley Kubrick (1987) / Airwolf, Donald P. Bellisario (1984-86) / Tal der Wölfe (Kurtlar Vadisi), Serda Arki (2006) / Tränen der Sonne (Tears of the Sun); Antoine Fuqua (2003) / 24, Joel Surnow & Robert Cochran (since 2001) / Platoon, Oliver Stone (1986)

 


Originalvideos:

 

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